Business-Friendzone – Warum du gemocht, aber nicht gebucht wirst. Und was der Preis damit zu tun hat.

Du gibst alles. Du bist präsent, du lieferst Mehrwert, du investierst Zeit, Geld und Energie – und trotzdem fragst du dich irgendwann leise, warum sich das alles noch nicht so richtig in Buchungen niederschlägt.

Das hat einen Namen. Und eine Ursache. Und nein – es liegt nicht an deinem Preis.

In diesem Artikel sprechen wir Klartext: über das Muster hinter der Business-Friendzone, warum so viele Frauen mit echter Expertise dort feststecken – und was sich wirklich ändern muss, damit aus Sympathie endlich Commitment wird.

Kein Schönreden. Keine 08/15-Strategie. Nur Klartext – und die Einladung, das Muster zu erkennen.

Frau sitzt am Laptop bei einem Videocall mit mehreren Menschen – symbolisiert die Business-Friendzone: viel Kontakt, viel Sympathie, aber kein Commitment.
Inhaltsverzeichnis

Business-Friendzone bedeutet:

Gemocht. Aber nicht gebucht.

„Danke, das war SO hilfreich – ich setz das erst mal um!”

Du bekommst vielleicht noch ein nettes Testimonial. Aber keine Buchung. Und dann – das ist der Teil der wirklich wehtut – buchst exakt diese Person eine gewisse Zeit später woanders. Genau das, was sie bei dir hätte haben können. WHAAAAT?!

Wenn das ein paar mal vorkommt, hört es auf, ein Zufall zu sein.

Dabei machst du alles „richtig”. Du lieferst Mehrwert. Du gibst kostenlose Einblicke. Du zeigst deine Expertise – und die Leute erkennen sie auch. Sie sagen es dir sogar. Nur buchen tun sie nicht. Und das Stillste, Bitterste daran: manchmal werden ihre Fortschritte nicht mal mit dir in Verbindung gebracht.

Du bist präsent. Du netzwerkst. Du schreibst nach dem Event noch nett an, bleibst in Kontakt, verabredest dich zum CyberCoffee für einen „Business-Austausch”. Du gibst. Und gibst. Und gibst.

Und trotzdem – kaum Buchungen.

Also redest du dir ein, dass es Zeit braucht. Noch mehr Content (vielleicht doch lieber noch einen Content-Kurs kaufen?). Noch ein Webinar (erst mal nochmal richtig in Technik investieren). Noch mehr Value. Irgendwann wendet sich das Blatt dann schon.

Bis du anfängst zu zweifeln:

Liegt es an der Strategie? Am Konzept? An deinen Fähigkeiten? Du kaufst den nächsten Contentkurs. Baust endlich diesen Funnel. Investierst in Technik. Überlegst ob du einen Onlinekurs erstellen sollst.

Und dann – die naheliegendste aller Lösungen: einfach den Preis (nochmal) senken. Bucht ja offensichtlich eh kaum einer.

Aber bei so vielen anderen scheint es zu funktionieren. Die können ja nicht alle lügen.

Bis du merkst: sobald aus dem kostenlosen Webinar ein bezahlter Workshop wird, werden die Anfragen plötzlich still.

Du gibst verflixt nochmals alles, bist sichtbar und fleissig – doch in der Dunkelheit der Nacht stellst du dir leise die Frage, die du dir eigentlich nicht stellen willst:

„Liegt es an mir?”

Nähe ohne Commitment. Gespräch ohne Entscheidung. Mehrwert ohne Umsatz.

Das hat einen Namen.

Willkommen in der Business-Friendzone.

Der Preis ist nie das Problem

Kurz innehalten.

Wenn du morgen zu einem Anwalt gehst – zig Jahre studiert, schicke Kanzlei, Doktortitel an der Wand – der stellt dir seine Rechnung. Ohne zu zögern, ohne sich zu erklären und ohne vorher drei kostenlose Gespräche anzubieten, damit du mal schauen kannst, ob du ihn magst.

Und das obwohl er dir keine Erfolgsgarantie geben kann…

Oder stell dir vor, du betrittst eine Boutique. Schöne Kleider, durchdachtes Konzept, kreative Dekoration, tolle Beratung. Niemand erwartet ernsthaft, die Jacke gratis mitnehmen zu können, nur weil die Verkäuferin so nett war und die Boutique noch nicht sooooo lange am Start ist.

Aber in unserem Online-Business?

Da liefern wir erst kostenlos. (was per se nicht schlecht ist!) Dann nochmals kostenlos. Dann ein bisschen mehr kostenlos. Und dann wundern wir uns, warum niemand zahlt.

Das Problem ist nicht dein Preis. Das Problem ist auch nicht dein Markt. Auch nicht deine Followerzahl, schon gar nicht deine Expertise und genau so wenig die aktuelle Wirtschaftslage in der angeblich niemand Geld hat…

Der eigentliche Grund? Den willst du nicht hören.

Es liegt an der Kommunikation. Und daran, wie du dein Angebot verkörperst, oder eben nicht.

Warum gerade wir Frauen – und was das mit Nettigkeit zu tun hat:

Bitte anschnallen, denn jetzt wird’s unbequem.

Du kommst auf die Welt und bist so perfekt, wie Du halt eben bist. Du bist einfach authentisch – 100% Du.

Und dann kommt das Leben und stutzt Dir peu à peu die Flügel. Wir lernen schon früh durch Eltern, Schule, Umfeld und Gesellschaft, was “okay” ist und was nicht gerne gesehen wird.

Wir sind erzogen worden zu gefallen. Bloss nicht zu sehr aus der Masse herausstechen. Niemanden enttäuschen. Nicht aufdringlich sein. Aus Höflichkeit “Ja” sagen, wenn man eigentlich lieber “Nein” sagen würde. Und um Gottes willen – nicht unbequem sein.

Wir passen uns im Laufe des Lebens immer mehr an und verlieren somit uns selber.

Und dann gründen wir ein Online-Business – und plötzlich ist dieses “Authentisch sein” und “100% Du sein” plötzlich super wichtig – aber ähm… wie geht das jetzt grad nochmal?

Aktuell ist es sogar so, dass man unbedingt (!) seine Meinung laut äussern soll – und die sollte sogar mit Vorteil polarisieren. Poah, das ist ja ganz was Neues!

Abgesehen davon, dass man sein wahres Ich erst mal unter zig Schichten ausgraben muss, die einem das Leben drüber gepackt hat, ist es jetzt auch noch so, dass man kontrovers sein darf. Oder muss, je nachdem, wem man Gehör schenkt…

Seine Meinung zu äussern bedeutet zwangsläufig auf Ablehnung zu stossen.

Wir treffen IMMER auf drei Kategorien Menschen:

  • die einen feiern Dich dafür, was du machst und wie Du es machst
  • die anderen finden es komplett daneben und doof
  • und die dritte Kategorie interessiert es nicht die Bohne – denen bist Du schnuppe-pups-egal.

(Guter Überlebenstrick an der Stelle: es ist Deine Entscheidung, wem Du zuhörst. Idealerweise konzentrierst Du Dich auf die erste Gruppe – das fördert Dein Wachstum. Kleinreder und Nörgler und unkonstruktive Kritiker gibt es immer und überall, und es ist nicht davon abhängig, ob sie von der Materie wirklich was verstehen oder nicht. Manchmal sind es auch “Neider in Verkleidung”…)

„Sei doch einfach du selbst." – Ja, danke, sehr hilfreich.

Es gab Zeiten, da wäre ich mit Wonne jedem an die Gurgel gesprungen, der diesen Satz proklamiert hat – bäh.

Dieses „einfach” hat mich fast verrückt gemacht.

Ein Onlinebusiness aufzubauen ist so ziemlich das Krasseste, was Du hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung machen kannst. Du begegnest Dir von Perspektiven, von denen Du nicht annähernd dachtest, dass die da sind!

DAS hat Dir noch keiner gesagt – wir reden immer gerne von der tollen Freiheit und Kreativität und so – dieser kleine Abschnitt oben ist quasi das, was im Kleingedruckten steht…

Eine Personenmarke baut man eben nicht nur mit schönen CI-Farben und -Schriften auf, sondern mit Persönlichkeit.

Und DAS hat mir niemand im BWL Studium beigebracht. Und ich? Ich bin mir quasi selbst über die eigenen Füsse gestolpert – weil ich in meinem Fall das Thema Sichtbarkeit zu Beginn meiner Selbständigkeit 2018 tunlichst vermieden habe. Hatte was mit mangelndem Selbstwert und so zu tun… aber bis ich da mal drauf gekommen bin…. längere Geschichte. 😉

Sei doch einfach Dich selber.

Wir wollen halt nicht so sein wie „die da draussen".

Dazu kommt: wir wollen aber auch auf keinen Fall so sein wie „die da draussen.” Du weisst schon – Dollarzeichen in den Augen, ab nach Dubai, jedem beim ersten Hallo das Angebot in den Rachen stopfen und dabei noch überdimensional sich selber und den eigenen Erfolg zelebrieren. Bäh. Geht das auch ohne dieses “Selbstinszenierungs-Ding”? Antwort: ja, es geht.

Um bloss nicht arrogant, aufdringlich oder – oh ganz schlimm – verkäuferisch – zu wirken, sind wir lieber nett und nahbar. Halt auf Augenhöhe, so wie wir das ja auch selber gerne erleben. So.

Problem: es ist, wie immer, die Menge, die das Gift macht.

Und dann ist da noch dieser eine Glaubenssatz, den kaum jemand laut ausspricht:

Geldverdienen muss schwer sein. Heavy duty. Schuften. Hustle. Stress = erfolgreich – das haben wir so verinnerlicht, dass wir uns schämen, wenn es sich nicht so anfühlt.

Dabei haben wir uns bewusst für etwas entschieden, das uns begeistert, das uns am Herzen liegt – und die Freiheit, es so zu gestalten, wie es uns entspricht. Keine Termine vor 10 Uhr wenn man das nicht will. Kein Dresscode. Kein Arbeitsweg. Kein Chef ausser dem eigenen Anspruch.

Und genau das fühlt sich dann komisch an. Darf ich dafür wirklich Geld verlangen? Ist das nicht zu… einfach?

Nein, ist es nicht.

Motivation lässt uns starten – Disziplin lässt uns erfolgreich werden. Und beides hat nichts damit zu tun, ob es sich nach Hustle anfühlt.

Und genau da sitzt der Haken – nicht im Markt und auch nicht im Preis. Sondern in diesem einen Glaubenssatz, der sich so tief reingefressen hat, dass man ihn kaum noch wahrnimmt.

Nett sein und Geld verdienen ist kein Widerspruch.

Nett und nahbar sein, auf Augenhöhe agieren – absolut. Das ist nicht das Problem.

ABER. ABER! Aber irgendwo zwischen „ich will niemanden unter Druck setzen” und „ich will nicht so sein wie die anderen” haben wir vergessen, dass wir uns entschieden haben ein richtiges Business zu führen. Und ein Business ist per Definition gewinnorientiert, denn es ist kein NPO (Non Profit Organisation) – und DAS ist es, was mir hier jetzt wirklich wichtig ist.

Es ist nichts daran auszusetzen Dinge kostenlos zu geben. Das eine schliesst das andere nicht aus!

Du darfst als Friseurin kostenlos den Leuten die Haare schneiden, wenn Dir das Spass macht. In Deiner Freizeit. Du darfst auch als Besitzerin und Führerin eines Friseursalons eine Zusammenarbeit starten mit einem Fotografen, indem ihr einmal im Monat Arbeitssuchenden ein Makeover und Fotoshooting schenkt, damit ihre Bewerbungsunterlagen erfolgsversprechend sind.

ABER – sich zurückzuhalten und sich schön zu reden, dass man halt nicht das verlangen darf, was man insgeheim eigentlich aufs Preisschild schreiben würde, nur weil man vielleicht finanziell nicht vom Online-Business direkt abhängig ist – das ist nicht okay.

Nochmals langsam: Wenn Du es als bewusste Entscheidung machst (gelernte Friseurin macht die Haare aller betagten Senioren in der Nachbarschaft – wir nennen das hier Badewannen Coiffeur 😉) – das ist Deine freie Entscheidung. Dann gründest Du aber wahrscheinlich eher kein Business.

Charity-Arbeit zu machen als Business-Owner ist auch okay – Spenden muss nicht immer nur monetär sein!

Aber bitte nicht zu Deinen Lasten. Selbst wenn Du das Business finanziell noch gar nicht wirklich brauchst, sei es weil Du einen Partner hast, einem Hauptjob nachgehst oder ansonsten finanziell unabhängig bist.

Nett sein, auf Augenhöhe agieren und ein erfolgreiches Business führen ist kein Widerspruch.

Aber wer NUR nett ist, wird gemocht – und halt nicht zwangsläufig gebucht.

Wir dürfen nett UND Grenzen setzen. Wir dürfen auf Augenhöhe sein UND unser Angebot selbstbewusst anbieten. Wir dürfen helfen UND Geld verdienen.

Der Moment, in dem ich es verstanden habe.

Den einen Moment gab es so eigentlich nie. Es war kein Knall, kein Seminar-Aha, kein dramatischer Wendepunkt mit Lichtblitzen und Fanfare. Es kam eines zum nächsten – während einer spannenden, manchmal auch sehr schmerzhaften, Phase des Muster-Erkennens. Eines, das sich durch mein ganzes Leben gezogen hat – und das ich irgendwann auch in meinem Business wiedererkannt habe. Yep, so muss man das Kind beim Namen nennen.

Deshalb auch der obige Abschnitt: Dein Online-Business ist so ziemlich das Krasseste, was Du hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung machen kannst. Du begegnest Dir aus Perspektiven, von denen Du nicht mal was geahnt hast. DAS steht halt nicht in der Hochglanzbroschüre über das freie Unternehmerleben – aber es stimmt.

Ich war nie wirklich "die Angepasste" – oder doch?

Es war super hart mir einzugestehen, dass ich mich irgendwie im Laufe des Lebens von einer “die macht einfach ihr Ding” zu einer “Andrea, A wie die Angepasste” verwandelt habe – autsch. Ohne hier jetzt in einer Autobiografie zu eskalieren, denke ich, es macht Sinn Dir ein paar Beispiele zu erzählen, damit Du das Muster erkennst.

Mit 4 habe ich mir das Lesen und Schreiben selbst beigebracht, weil ich Bücher so toll fand und es endlich satt hatte, von “Vorlesern” abhängig zu sein. Mit 12 bin ich aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten – bewaffnet mit einer handgeschriebenen Liste voller Fragen an den Pfarrer. Ich habe Dinge getan, bevor sie trendy waren oder obwohl sie genau das Gegenteil von trendy waren – einfach weil es “mein Ding” war. Frisur, Kleiderstil, Musikgeschmack – und hab natürlich entsprechend dafür einstecken müssen. Kiddies können so hart sein. 2007 habe ich spontan ein MTB gekauft und bin seither passionierte MTBlerin – damals musste man den Leuten noch erklären, was der Unterschied zwischen MTB und “Velofahren” ist. Alles, was breiter als ein halber Meter ist und geradeaus geht, ist langweilig. Okay? 2018 habe ich einem sicheren Job den Rücken gekehrt und mich Hals über Kopf in die Selbständigkeit begeben – ohne Netz und doppelten Boden. Ich bin nun mal eine Umsetzerin und Macherin durch und durch.

You got the idea, right?

Aber irgendwo dazwischen hatte ich gelernt, mich kleiner zu machen. Nicht aufzufallen. Niemanden zu enttäuschen. Und das hatte sich still und leise in mein Business eingeschlichen – dieser Anteil wurde unmerklich immer grösser. Und weisst Du, was das Gemeine daran ist? Man merkt es nicht mal. Es passiert so langsam, so leise – bis man irgendwann im Spiegel schaut und denkt: wer bist Du eigentlich? Man könnte auch sagen: Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit waren arg angeknackst. Mir das eingestehen? Bloss nicht. Lieber mit der ersten Businessidee auf die Schnauze fallen und es selbst DANN noch irgendwie ausblenden.

Und ausgerechnet dort, wo ich all diese Macher-Qualitäten am meisten gebraucht hätte – in meinem eigenen Business – liess ich sie links liegen. Selbstmanipulation aus Angst vor dem eigenen Erfolg – aber dazu komme ich noch. Versprochen.

Pay what you want – oder: man kann niemanden retten.

Aus tiefliegender Angst als “arrogant und überheblich” wahrgenommen zu werden, wollte ich unbedingt das nahbare Business-Mentoring sein – und habe mich damit natürlich DIREKT in die Friendzone katapultiert. Anstatt die Leaderin zu sein war ich die Freundin, und es gab die absolut schrägsten Erfahrungen dadurch.

Einmal zum Beispiel habe ich ein “Pay what you want”-Angebot rausgehauen und dabei eine ganz spezifische potenzielle Kundin im Blick gehabt. Okay, sprechen wir es aus: ich wollte sie retten, da ich ihre derzeitige Situation kannte und ihr so eine helfende Hand bieten wollte, ohne dass sie sich finanziell zu sehr aus dem Fenster lehnen muss. Hat natürlich super nicht geklappt. Spoiler: Man kann niemanden retten. Was nichts kostet, ist nichts wert. Und wer nicht intrinsisch nach Lösungen sucht, erkennt die Lösung nicht – selbst wenn sie einem ins Gesicht gedrückt wird. Sie machte voller Elan einen Call mit mir aus und geriet während desselben in Panik, weil das Commitment gebraucht hätte zu Veränderung und dem Verlassen der Komfortzone.

„Der Preis ist nie das Problem” – was glaubst Du, weshalb das mein Slogan wurde?

Ich hatte monatelang mehr erklärt, mehr Mehrwert geliefert, noch zugänglicher sein wollen, noch netter, noch nahbarer. Aber ich war keine Leaderin – ich war zu sehr “die liebe Freundin, die alles macht und für alle da ist.” Aus Angst, unbequem zu sein oder gar anzuecken oder jemandem auf die Füsse zu treten, wenn ich klare Grenzen setze.

Ich hatte nicht geführt. Ich hatte gehofft.

Und ich hatte alles, was es theoretisch gebraucht hätte – die Expertise, die Strategie, das Konzept, die Motivation – und dennoch: Diagnose Friendzone, gemocht aber nicht gebucht.

Die unbequeme Wahrheit.

 

Und dann – irgendwann beim Zurückschauen – wurde mir klar, dass ich auch Angst vor meinem eigenen Erfolg hatte. Unbewusst, aber trotzdem real – was, wenn sich alles verändert, wenn es wirklich klappt? Was, wenn ich dann jemanden zurücklassen muss? Also blieb ich lieber in der Friendzone, wo echter Erfolg irgendwie “unmöglich” ist. Man erkenne an der Stelle die Parallele zum ersten Fail wegen der Blockade mit der Sichtbarkeit.

Ich wette, Du kennst dieses Muster. Erst alle retten, bloss niemanden enttäuschen, erst unendlich viel geben. Und dann – wenn vielleicht noch Energie übrig ist – für sich selbst gehen. Diese Energie bleibt selten übrig. Das ist kein Strategie-Problem und auch kein Preis-Problem, sondern ein Muster. Die gute Nachricht: Muster kann man ändern! Sofern man sie sich eingesteht – hüstel hüstel.

Aber zuerst die härteste Frage: Wollen wir es wirklich – oder gefällt uns nur die Vorstellung davon?

Denn ja, hartes Kleingedrucktes: “Bist Du bereit alles zu verlieren, um alles zu gewinnen?” kann bedeuten, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Wachstumsschmerz lässt sich nicht mit positivem Denken wegzaubern – egal was Dir gewisse Leute erzählen wollen… Das sind dieselben, die Dir versprechen, dass mit “diesen drei ChatGPT-Prompts die Million garantiert ist.”

Was sich jetzt ändern muss – und was NICHT.

Lass mich direkt sein, bevor hier Missverständnisse entstehen.

Du musst keine “kältere CEO” werden. Du musst dir keine Verkäufer-Sprüche auswendig lernen, kein Kostümchen anziehen und auch keinen roten Lippenstift auflegen, wenn dir das nicht entspricht – wobei, ich finde bordeauxrot inzwischen echt toll, aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Es geht um etwas viel Grundlegenderes als Auftreten oder Technik oder die perfekte Closing-Frage. Es geht darum, ob Du wirklich verkörperst, was Du verkörpern solltest – ob Du innerlich wirklich glaubst, dass das was Du anbietest seinen Preis wert ist, dass Du als Leaderin wahrgenommen werden darfst, dass Du Entscheidungen von Deinen Kundinnen einfordern darfst ohne Angst vor Ablehnung.

Niemand legt sich freiwillig unter ein unsicheres Messer.

Stell Dir vor, Du gehst morgen zum Chirurgen für eine komplexe Operation – und er sagt Dir mit einem schiefen Grinsen: “Keine Sorge, ist meine Erste!” Scherzchen natürlich. Aber mal ehrlich – würdest Du auf dem Operationstisch bleiben? Vermutlich nicht. Wir wollen keine Unsicherheit bei jemandem spüren, dem wir uns anvertrauen. Wir wollen Guidance. Wir wollen eine Leaderin. Jemanden der weiss was sie tut – und das auch ausstrahlt.

Gleiches Prinzip übrigens bei Helikoptern: Die Modelle mit den Seriennummern 1-10 sind quasi fürs Museum – niemand will von einem nagelneuen Modell die ersten Seriennummern haben, weil da noch Kinderkrankheiten drinstecken könnten. Was das mit Dir zu tun hat? Ganz einfach: Es geht nicht darum, dass Du perfekt bist oder alles weisst – es geht darum, dass Du Deine Expertise mit der Überzeugung vertrittst, die sie verdient. Denn die hat sie.

Impostor-Syndrom trifft die Falschen.

Und das ist der Knackpunkt beim Impostor-Syndrom – und ja, das trifft witzigerweise viel öfter die mit echter Expertise als die Blender da draussen. Du kennst sie ja – die im Bewerbungsgespräch voller Überzeugung vertreten was sie alles können, und bei denen man dann nach drei Monaten feststellt, dass man heisse Luft eingestellt hat. Die haben keine Selbstzweifel. Aber Du? Du zweifelst. Weil Du weisst, wie viel Du noch nicht weisst. Das ist Zeichen von Kompetenz – nicht von Schwäche. Aber es darf Dich nicht lähmen.

Selbstsicherheit ist wie ein Muskel – den kann man trainieren. Klein anfangen, konsequent dranbleiben, und mit der Routine kommt die Sicherheit. Fake it till you make it? Nein danke – das fliegt über kurz oder lang auf und ein Kartenhaus bricht zusammen. Aber “train it till you own it”? Das ist eine andere Geschichte.

Kaufwillig – aber nicht erkannt.

Ich erinnere mich an einen Laden, den ich mal besucht habe – einzigartige Holzobjekte, wunderschöne Artefakte, eine Atmosphäre zum Verlieben. Ich war nicht abgeneigt zu investieren, wirklich nicht – ich bin schliesslich die, die für rund CHF 4’000.- mal eben spontan im Vorbeigehen ein Seekajak mitsamt allem drum und dran gekauft hat. Aber ich habe den Laden ohne Kauf verlassen. Nicht wegen dem Preis und auch nicht wegen den Objekten. Sondern wegen der Energie des Besitzers – so tief frustriert und resigniert, dass er eine kaufwillige Kundin nicht mal als solche erkannt hat, wenn sie vor ihm steht. Er hatte innerlich schon entschieden: Die kauft eh nicht. Und damit hat er meine Entscheidung für mich getroffen. Stichwort “Kauferlebnis”… es geht nicht nur um den Erwerb eines Objektes oder Serviceleistung – es geht um das ganze Drum und Dran. 

Einer meiner Mentoren hat mal gesagt: Geh in jedes Gespräch mit der Energie, als ob alle schon gekauft hätten. Poste Content, als ob Du schon 100k Follower hättest – inklusive der damit verbundenen Dankbarkeit und Freude. Das ist keine Arroganz, sondern eine (innere) Haltung.

Nahbar UND führend – das ist kein Widerspruch.

Nahbar sein und führen ist kein Widerspruch – aber Du kannst nicht gleichzeitig gefallen wollen und führen. Das eine schliesst das andere aus. Wer im Gespräch primär darauf fokussiert ist ob sie sympathisch wirkt, ob sie nicht zu viel verlangt, ob sie niemanden unter Druck setzt – die führt nicht. Die hofft.

Und Hoffnung, das haben wir ja jetzt geklärt, ist keine Strategie.

...Und jetzt?

Wenn Du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast – nicht nur ein bisschen, sondern so richtig, mit diesem leisen “oops – autsch” irgendwo in der Magengegend – dann weisst du bereits, wo du stehst.

Für glasklare Klarheit habe ich jedoch einen Methode entwickelt, einen kurzen “Friendzone-Check. Keine Trickserei, kein Funnel, kein “…und dann kaufst du meinen Kurs“-Ding. Einfach ein ehrlicher Spiegel.

14 Fragen. Fünf Minuten. Und du weisst danach schwarz auf weiss, ob du in der Friendzone steckst – und wie tief.

👉 Hier geht’s zum “Business-Friendzone-Check”

FAQ

Die Business-Friendzone beschreibt das Muster, wenn du als Unternehmerin gemocht, gelobt und weiterempfohlen wirst – aber nicht gebucht. Du lieferst Mehrwert, gibst kostenlose Einblicke, bist präsent und engagiert – und trotzdem bleibt die Conversion aus. Nähe ohne Commitment. Gespräch ohne Entscheidung. Mehrwert ohne Umsatz.

Ein paar klassische Anzeichen: Du bekommst viele nette Rückmeldungen aber kaum Buchungen. Menschen nehmen dein kostenloses Angebot dankend an – und verschwinden sobald es etwas kostet. Du wirst oft um Rat gefragt, aber selten gebucht. Und sobald du ein bezahltes Angebot machst, wird es plötzlich still. Wenn dich das trifft – mach den Business-Friendzone-Check. Der zeigt dir schwarz auf weiss, wo du stehst.

Nicht zwingend. Eine unscharfe Positionierung kann dazu beitragen – aber die Business-Friendzone hat meistens tiefere Wurzeln. Es geht um Kommunikation, Haltung und darum, wie du dein Angebot verkörperst. Viele Frauen in der Friendzone haben eine glasklare Positionierung – und stecken trotzdem fest. Weil das eigentliche Problem nicht die Strategie ist, sondern die Energie und Überzeugung dahinter.

Weil "das war SO hilfreich" und "ich buche jetzt" zwei völlig verschiedene Dinge sind. Positives Feedback bedeutet, dass du Mehrwert lieferst – nicht, dass du führst. Die Business-Friendzone ist oft genau dort: Du gibst so viel kostenlos, dass niemand mehr einen Grund sieht zu zahlen. Und weil du nie klar zum nächsten Schritt einlädst – aus Angst, aufdringlich zu wirken – bleibt es beim netten Gespräch.

Das ist eine der häufigsten Blockaden – und eine der teuersten. Der Unterschied zwischen aufdringlich und führend liegt nicht in der Technik, sondern in der inneren Haltung. Wer aus echter Überzeugung einlädt – weil sie weiss, dass ihr Angebot einen echten Unterschied macht – wirkt nicht aufdringlich. Wer hofft, dass der andere von selbst fragt, führt nicht. Der führt.

Nicht nur kannst du – du musst. Nahbarkeit und Führung schliessen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Das Problem entsteht, wenn Nahbarkeit zur Strategie wird um Ablehnung zu vermeiden. Wer so nett ist, dass sie nie ein klares Angebot macht, nie nachfragt, nie eine Entscheidung einfordert – die ist nicht nahbar. Die ist in der Business-Friendzone.

Dann ist es möglicherweise die falsche Zielgruppe. Das klingt hart – ist aber ehrlich. Wer konsequent Menschen anzieht, die nicht investieren können oder wollen, muss sich fragen warum. Meistens liegt die Antwort in der eigenen Kommunikation und Positionierung. Die richtigen Menschen – also jene, die dein Angebot wirklich brauchen und bereit sind dafür zu zahlen – sind da draussen. Die Frage ist, ob du sie auch wirklich ansprechen willst.

Das hängt davon ab, wie tief das Muster sitzt – und wie bereit du bist, es wirklich anzuschauen. Manche Frauen erleben einen Shift innerhalb weniger Wochen, sobald sie das Muster erkannt haben. Bei anderen braucht es länger, weil die Blockaden tiefer liegen. Was ich sagen kann: Der erste Schritt ist immer das Erkennen. Und der Business-Friendzone-Check ist ein guter Anfang.

Mit Ehrlichkeit. Dir selbst gegenüber. Mach den Business-Friendzone-Check – nicht um dich schlecht zu fühlen, sondern um zu verstehen wo du wirklich stehst. Denn man kann ein Muster erst ändern, wenn man es klar benennen kann. Alles andere – Strategie, Kommunikation, Angebot – kommt danach.

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Der business-Friendzone-check

K O S T E N L O S

Finde in 5 Minuten heraus, ob Du in der Business-Friendzone feststeckst.

  • Willst Du es allen recht machen?
  • Vermeidest Du klare Ansagen, um nicht anzuecken?
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Nimm dir 5 Minuten Zeit und mach den kostenlosen Check – und finde heraus, ob Du in der Business-Friendzone steckst.

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Ich glaube nicht an Hustle um jeden Preis, an leere Versprechen oder daran, dass drei ChatGPT-Prompts die Million garantieren. Ich glaube an Klarheit, Haltung und die Bereitschaft, sich selbst ehrlich in die Augen zu schauen.

Der Preis ist nie das Problem. Es liegt immer an der Kommunikation – und daran, wie Du Dein Angebot verkörperst. Oder eben nicht.

Wenn Du das Gefühl hast, dass es an der Zeit ist, raus aus der Business-Friendzone zu kommen – dann bist Du hier genau richtig. Stöber im Blog, mach den Check – oder schreib mir direkt.

Ohne Verkaufsdruck. Aber mit Klartext.